Chronik 2001

Auf Donnerstag den 01.03. – nach dem alten julianischen Kalender der Römer wäre dies bis vor genau 2155 Jahren der Neujahrstag gewesen – kurzfristig um einen Tag vorverlegt wurde aus verschiedenen Gründen unsere diesjährige Jahreshauptversammlung im von kundigen und geschickten Frauenhänden (Ilse und Hedi) wunderschön und stilvoll mit Tulpen geschmückten sonst als Werkstatt dienenden Festsaal. Grippewelle und anderweitige Verpflichtungen hinderten zahlreiche Mitglieder am Erscheinen, desgleichen auch unseren Bürgermeister Hugo Rogginer, den Landesobmann Josef Hagen und Pater Prior Markus von der Mehrerau. Des Obmanns Willkommensgruss galt den Herren Armin Walser und Reinhard Feiersinger vom Landesverband, den Krippelerfreunden Erich Kirner, Kurt Schwarz und Reiner Riedmann aus Lustenau, und allen erschienenen Mitgliedern. Was im Verlauf der Versammlung geschah und besprochen wurde, steht genau im Protokoll der Schriftführerin vermerkt. Weil Arbeit seit eh und je hungrig macht, gab es auch heuer wieder reichlich zu essen. Köstliche hausgemachte Kuchen und Torten, Käseplatten und davor, schon zur guten Tradition gehörig, schmackhafte, echt bayrische Weißwürste. Anders als unsere nördlichen Nachbarn ließen wir uns wegen BSE den Appetit nicht verderben und vollzogen mit Hochgenuss den 2. Vers der Bayrischen Weißwursthymne: „Lass dir den weißen Hermelin von deinen zarten Schultern ziehn.“ Dass der inoffizielle Teil um ein Vielfaches länger dauert als der offizielle, ist mittlerweile auch hinlänglich bekannt – ich für meinen Teil bin gespannt, ob wir, wie unser Obmann in seiner Vorschau auf das kommende Jahr 1 nach der Jahrtausendwände sagte, uns ein ruhiges Jahr bevorsteht, bin mir aber sicher, dass wir unserem Ruf als dem dynamischsten Krippenverein gerecht werden.

An Kursen wurden heuer durchgeführt:

1 Frühjahrskurs mit Beginn im März unter Leitung von Obmann DI Gerhard Moser.

1 Schülerkurs ebenfalls im März unter Leitung von Paul Künz

Bastelabende für die Krippenhelfer jeweils am Donnerstag im Frühjahr.

Vor Ostern wiederum ein Schülerrätschenkurs unter der bewährten Leitung von Paul Künz.

3 Herbstkurse mit Beginn Ende August: Am Montag Harald Immler und Herbert Dobler als Kursleiter. Am Dienstag Max Kaufmann und Hans Hildebrandt. Am Mittwoch Paul Künz und Walter Pfattner.

Der Schülerkurs in der Mehrerau stand dieses Jahr unter der Leitung von unserem Obmann Gerhard.

Wie immer wurde fleißig gebastelt und gewerkelt, was sich dann auch in der Vielzahl wohlgelungener Krippen zeigte. Und die Geselligkeit kam nicht zu kurz. Jeder Kurs feierte am letzten Kursabend sein eigenes Abschlussfest. Besonders intensiv hat sich dem Vernehmen nach der Montagskurs gezeigt. Mit großer Freude aber durften die Leiter und Helfer der diesjährigen Kurse als Dank und Anerkennung am Abschlussabend eine Einladung zu einem Abendessen oder einen Gutschein dafür entgegen nehmen.

Ausflug

Kein Aprilscherz. Am Sonntag den 01.04.01 führte der alljährliche Ausflug eine buntgemischte, frohgestimmte Kripperlerschar in die bayrische Landeshauptstadt. Die Organisation oblag dem Reisebüro Weiss, die Idee entstammte klugen Köpfen aus unserem Kreis. Fast pünktlich ging es los und schnurstracks auf München zu. Nach einer kurzen Stärkung besichtigten wir mit Kennerblick und fachkundigem Wissen die Mannigfaltigkeit der musealen Krippen verschiedener Stilrichtungen und Epochen, wobei wir ja eh schon wissen, dass bayrische und österreichische Krippenbaukunst gleichen Wurzeln entstammend auf verwandten Traditionen aufbauen. Und doch, unerschöpflich wie menschliche Fantasie eben ist, sind auch die daraus entstehenden Krippenbauwerke. Ein schmackhaftes Mittagessen im Augustinerbräu tat Leib und Seel, Erquickung und Labungspenden und schon erschienen Ortsansässige und kundige Führerinnen, die uns in 2 Gruppen aufgeteilt, bei einem Rundgang durch die Innenstadt interessantes und Amüsantes über die derzeitige Fußballmetropole erzählten. Auf der Heimfahrt wurde in Landsberg noch Rast gemacht, ehe wir mit neuen Eindrücken beschenkt wohlbehalten in heimatliche Gefilde zurückkehrten.

Um die 250 sollen es zur Blütezeit gewesen sein. Die Meistersinger von Nürnberg, der größten Meistersingerschule. 5 waren es im Jahre 1 plus 2000: Die Meisterkrippeler von Hard, Krippenbaumeisterdiplomen bestückt und geehrt von der Meisterschule Innsbruck. Nach Jahren der Praxis, nach Besuch und erfolgreichem Abschluss diverser Fortbildungs- und Hinführungskurse wurden am letzten Wochenende im Juli, am Freitag, den 28.07.01 im Innsbrucker Kolpinghaus Hans Hildebrandt, Harald Immler, Max Kaufmann, Paul Künz, Walter Pfattner zu Krippenbaumeistern gekürt, nachdem sie vorher eine Woche lang in der Krippenbauschule Innsbruck in der Sielgasse ihre Meisterstücke gefertigt hatten. Wir alle vom Verein sind stolz auf Euch und gratulieren herzlich! Was lag näher, als dass sich unser Häuptling DI Gerhard zur Meisterbriefverleihung hinters Lenkrad eines gemieteten Weissbüssles setzte und samt eigener Gattin und denen der Meister (leider nicht alle) das heilige Land Tirol ansteuerte. Nebenbei bemerkt, die Meisterstücke waren auch bei unserer Ausstellung im Seezentrum zu sehen und erregten bewundernswertes Aufsehen. Für persönlich war klar, dass diese Werke absolute Spitzenprodukte sind. In Innsbruck angekommen, durfte die Delegation aus dem Ländle sogar bei der Prüfungskommissionsentscheidung dabei sein. Aus fachkundigem Munde habe ich erfahren, dass die Harder aus den Übrigen herausgestochen sind bzw. diese weit überragt haben. An den offiziellen Teil schloss sich ein gemütlicher Krippelerhock mit allen Kursteilnehmern die sich aus ganz Österreich und teilweise auch aus Deutschland rekrutierten. Festzuhalten ist auch, dass der gewettete Fußmarsch von Innsbruck über den Arlberg ins Ländle nicht zustande kam, weil halt eben nicht alle Pläne und Absichten Erfüllung finden.

Freilich gäbe es auch aus der Vorbereitungszeit viele lustige Begebenheiten zu erzählen, doch kennt selbst die Kirche neben der Bibel auch die mündliche Überlieferung bie der wir es belassen wollen. Und so sei abschließend lediglich vermerkt, dass sich der längste der 5 neuen Meister bei der Feier im Kolpinghaus nicht zu sehr ins Zeug legen durfte, weil er um 1:30 Uhr den Urlaubszug besteigen sollte in dem seine Gattin samt Auto aus dem Ländle anrollte. Von seinen Freunden und Kollegen hilfreich unterstützt und umsorgt standen dann pünktlich statt einem 2 Taxi für die Fahrt zum Bahnhof bereit: Eines eben für den Mann und eines fürs Gepäck. Andrentags führte Gerhard Moser seine meisterbrieflich geschmückten Schäfchen wieder auf heimatliche Weiden. Auch Armin Walser gesellte sich dazu, grund genug für einen Einkehrschwung in Altenstadt noch kurz vor Erreichen des Zielbahnhofes.

Nur allzuschnell – doch diesmal war von der Hektik vergangener Jahre dank sorgsamer Planung und Führung nicht mehr viel zu spüren – nahte wiederum die Zeit der Krippenausstellungen land auf, land ab, vor allem aber bei uns in Hard. Mit großer Begeisterung wurde sie auch in diesem Jahr wieder auf die Füße gestellt, genauer gesagt auf Bierkisten. Doch nur Eingeweihte wissen, was unter den weißen tannenzweiggeschmückten Tüchern verborgen ist. Nicht nur mir schien es, als ob der Besucherstrom heuer etwas nachgelassen habe. Allein die, die kamen, staunten und waren voll der Anerkennung für das Geschaffene. Manche der Exponate übten einen ganz besonderen Reiz aus, z.B. die Kastenkrippe unseres Obmanns. Und weil Freude ansteckend ist griff die Freude der Erbauer auf die Zuschauer über und auch umgekehrt.

Von einer Sonderschau wie in den vergangenen Jahren wurde heuer Abstand genommen. Wohl aber stellten unsere Dauerhausgäste in der Pension Krippenheim, die Puppenbastlerinnen, ihre beeindruckenden Kreationen auch heuer wieder der Öffentlichkeit vor.

Die Krippensegnung am Sonntag um 09.30 Uhr hätte mehr Mitfeiernde verdient, war sie doch wie schon in den vergangenen Jahren getragen von einer ihr eigenen Atmosphäre zu der vor allem die Hausmusik Barbara und die mit Bedacht ausgewählten Texte, vorgetragen mit viel Einfühlungsvermögen von Frau Ilse Moser, wesentlich beitrugen. Doch bei dieser Ausstellung blieb es nicht. Auch in der Mehrerau konnte Harder Krippenbaukunst bestaunt werden, wobei vielleicht anzumerken ist, dass die Helfer beim Mehrerauer Schülerkurs sich schon kräftig ins Zeug legen mussten um das angepeilte Ziel zu erreichen. Des weiteren hat unser Vereinsmitglied Günter Münkel in der Sparkasse in Tettnang eine Zurschaustellung einiger Harder Krippen während der 3-wöchigen Adventszeit organisiert und bestens betreut. Man soll, so heißt es schon in der Bibel, sein Licht nicht unter den Scheffel stellen, sonder so dass es vielen leuchte. Dem Weihnachtsmarkt in der Bregenzer Oberstadt aber, und das wage ich zu behaupten, hätte die Krone gefehlt, wenn unser Verein nicht auch dort präsent gewesen wäre. a) mit einem Informations- und Verkaufsstand inmitten der anderen

b) mit einer sorgsam ausgewählten Reihe kleinerer aber makelloser Krippen im obersten Stock des Martinsturms

Auch der Chronist verbrachte bei bitterer Kälte und doppelstelligen Minusgraden 8 Stunden in der luftigen Höhe dieses Wahrzeichens der Harder Vorstadt und konnte sich dabei vom regen Interesse ebenso überzeugen wie von der Begeisterung und dem teils ungläubigen Staunen der Besucher, doch war er heilfroh dass andere, jüngere, kräftigere und wendigere den Transport der Krippen über die 119 Stufen in die Hand genommen hatten. Und nicht vergessen darf ich auch noch die dezente und geschmackvolle Dekoration bei dieser und auch bei der Ausstellung im Seezentrum, wofür Ilse und Hedi verantwortlich zeichnen. Ebenso erwähnenswert ist der Einsatz der vielen Helferinnen und Helfer in der Küche und bei der Verpflegung der Besucher.

Ein ebenfalls fester Bestandteil des Vereinsjahres ist das Weihnachtsblasen heuer am Sonntag, den 23.12.01 wie immer um 20:00 Uhr. Weil 2 ½ Stunden vorher ein ebensolches bei der Mittelweiherburg stattfand, war ich etwas skeptisch, ob sich denn auch bei unserem Vereinsheim Leute einfänden. Und siehe da, Obmann Gerhard Moser konnte eine erstaunliche Vielzahl von Zuhörern begrüßen und ihnen die besten Feiertagswünsche übermitteln. Es erklingen zwar stets die gleichen Melodien und doch bewegen und berühren sie immer wieder die Herzen der Menschen. Dem Ensemble der Bürgermusik erging es besser als wenige Tage zuvor, da froren ihnen, bei der Spatenstichfeier für die Hochwasserschutzbauten, die Instrumente ein. Unser Küchenteam hatte den richtigen Entschluss gefasst angesichts der fast sibirischen Kälte: Ausschanks- und Verpflegungsstände blieben im Heim. Und auch dort fand sie großen Zuspruch. Zwischen den einzelnen Musikstücken brachte von der Position des Gloria Engels aus (Fenster im oberen Stockwerk des Heimes) Ilse einfühlsame weihnachtliche Gedichte zu Gehör. Wer Platz fand konnte sich anschließend noch bei einem gemütlichen Hock üblich tun.

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